Meine liebe Henrike – Rede anlässlich Henrikes Beerdigung am 15.4.2016 von Deiner Freundin Maren

Meine liebe Henrike,

Ich möchte mich im Namen all Deiner Freunde und der Dich liebenden Menschen, die so zahlreich über die Welt verstreut sind, bedanken für das was DU uns gegeben hast, für Deine Liebe und Deine Freundschaft, für Deinen Witz , Deinen Mut, Deine tollen Ideen und Deine ansteckende Herzlichkeit .

Ich bin sehr dankbar, dass Du mich als enge Freundin in den letzten 30 Jahren begleitet hast.Ich denke an die vielen wilden und schönen Reisen die wir zusammen unternommen haben , nach Hiddensee vor der Wende, nach Kuba, Ungarn , Afrika und an so viele andere Orte , die Du mit Deiner speziellen Henrike-Art immer zu einer besonderen Erkundungsreise hast werden lassen. Und ich denke an unsere vielen gemeinsamen Berliner Jahre in denen wir zusammen gewohnt haben. Ich denke an die vielen schönen Abende – auch an diese nicht enden wollenden Freundinnen-Rotwein-Nächte, in denen wir die ganze Welt neu erfinden wollten und die Kerle gleich mit dazu.

Dabei lagen Dir die Männer zu Füssen , aber es waren wie so oft im Leben eben nicht immer die von Dir Auserwählten. Manchmal konntest Du auch eine echte unnahbare Diva sein,aber dahinter versteckte sich oft Deine melancholische Seite , die Du lieber für Dich behalten hasst. Du hast mich als wunderbare Skifahrerin die schwarzen Skipisten am Passo Pordoi in den Dolomiten runtergeführt und nicht nur die sondern auch so manch andere schwarze Piste im Leben haben wir gemeinsam bewältigt. Ich habe mit Dir getrauert als Deine geliebte Mutter Elisabeth viel zu früh beim gemeinsamen Familienurlaub in Mexiko starb und auch als letztes Jahr Dein geliebter Vater Gerhard starb. Wir haben uns beide nie unterkriegen lassen und immer auch neue gemeinsame Lebenspläne geschmiedet.

Fast zeitgleich sind wir in ein neues Berufsleben beim Goethe-Institut aufgebrochen , was uns in den letzten Jahren, auch wenn wir räumlich voneinander entfernt waren , noch mehr zusammengeschweißt hat. Deinen Mut, Deine gelebte Toleranz und Deine Offenheit der Welt gegenüber werde ich als Vorbild in meinem Herzen bewahren. Ich möchte jetzt ein Gedicht von Henry Scott Holland vortragen und Henrike ich denke dass Du uns jetzt mit Deinem Henrike eigenen Lächeln von oben zuschaust:

.“ Der Tod bedeutet gar nichts. Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.

Was wir jemals füreinander waren – wir sind es noch immer. Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.

Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt. Gebraucht keine andere Art zu reden.

Seid nicht feierlich oder traurig. Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Spielt, lacht, denkt an mich, betet für mich…

Gebt acht, dass mein Name so ausgesprochen wird, wie er es immer wurde… ohne eine besondere Betonung, ohne die Spur eines Schattens.

Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete.

Der Faden ist nicht durchschnitten.

Ist der Tod nicht nur ein nebensächlicher Zwischenfall?

Weshalb sollte ich nicht mehr in euren Gedanken sein?

Nur, weil ihr mich gerade nicht sehen könnt?

Inmitten der Zeiten und zwischen den Dimensionen warte ich auf euch… ganz in der Nähe, auf der anderen Seite des Weges. Alles wird gut „…

Gedicht von Henry Scott Holland 1847-1918

 

2 Kommentare

  1. MOna sagt: Antworten

    Wunderschoen, danke Maren! Ich denke auch und immer wieder an sie, in Dankbarkeit und Freude fuer die schoenen Zeiten, die ich mit ihr teilte.

  2. Mané sagt: Antworten

    Bel hommage rendu à mon amie henrike!

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